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Warum kurze Texte nicht besser sind

Warum keiner deine Website-Texte liest

– und warum keiner deine ganze Website liest

Psst, ich verrate dir mal was: Niemand liest auf deiner Website jedes Wort. Ok, vielleicht gibt es mal eine Ausnahme. Aber im Normalfall lesen deine Besucher*innen nur das, was sie besonders interessiert – und keinen Satz mehr. 

Waas? Ich hör dich schon schreien. Warum solltest du dir so viel Mühe mit deinen Website-Texten machen, wenn sie hinterher keiner liest? Und warum schreibe gerade ich darüber einen Blogartikel – spricht das nicht gegen mein eigenes Angebot als Texterin?

Warum lange Texte auf Websites besser sind als kurze

Nun ja, du sitzt hier gerade und liest diesen Blogartikel; dass also nichts gelesen wird, stimmt natürlich nicht. Das hab ich aber auch nicht behauptet: Ich meinte, dass NICHT JEDES WORT auf deiner Website gelesen wird. Und ich sag dir auch, wieso.

Sei dir über die verschiedenen Lesertypen bewusst

So wie wir nicht alle gerne Bananen essen, haben Menschen auch unterschiedliche Lesegewohnheiten. Die einen überfliegen Texte eher und hüpfen dabei von Überschrift zu Überschrift und lesen vielleicht zwischendurch noch die Beschriftung eines bunt hervorgehobenen Buttons. 

Wieder andere lesen tatsächlich von links oben bis rechts unten einmal alles durch (das sind aber die wenigsten von uns). 

„Menschen lesen unterschiedlich, manche überfliegen, andere lesen von oben bis unten alles durch.“

Die meisten von uns bewegen sich irgendwo zwischen den beiden Polen – überfliegen die Überschriften und lesen hier und da auch einen ganzen Text. Wenn eine Seite sie besonders interessiert, lesen sie hier auch mal alles einmal durch.

Hm, fragst du dich, dann sollten die Texte auf meiner Homepage vielleicht einfach kürzer sein? Da muss ich dir leider direkt widersprechen – kurze Texte helfen dir auf deiner Webseite nicht unbedingt dabei, deine Besucher*innen zu überzeugen. Im Gegenteil: Die Texte dürfen gerne lang sein. Du erfährst auch gleich, warum.

Deine Website als Antwort auf alle Fragen

Deine Website ist dazu da, Interessierten zu zeigen, wie du ihnen mit deinem Angebot helfen kannst. Hobbynäherin Lara kommt auf deine Seite, weil sie nach einem schönen Schnitt für ein Sommerkleid sucht, das sie sich nähen möchte. Oder Sabine, die hat keine Lust mehr auf ständige Fehlkäufe und interessiert sich für dein Angebot als Personal Shopper. Beide kommen auf deine Website, um sich zu informieren und gegebenenfalls etwas zu kaufen. Sie erwarten, hier alle Informationen zu finden, um sich für dein Angebot entscheiden zu können. 

Lara möchte vielleicht sehen, welche Schnitte du im Angebot hast. Sie fragt sich, was deine Schnitte kosten und ob sie sie in Papierform oder als PDF kaufen kann. Sie interessiert sich dafür, welche Stoffe für das jeweilige Schnittmuster geeignet sind und welche Größen in deinen Schnitten enthalten sind. 

Sabine will wissen, wie die Zusammenarbeit mit dir abläuft: Kaufst du für sie online oder trefft ihr euch in der Stadt? Bietest du schon vor dem Einkaufen eine Stilberatung an? Hast du vielleicht sogar ein Angebot, bei dem du ihren Kleiderschrank durchgehst und sie darauf aufbauend zu neuer Kleidung berätst, die auch zu ihren vorhanden Outfits passt? 

Fragen über Fragen – und die haben deine potenziellen Kund*innen, egal, was du anbietest. Ehrenwort. 

Wichtig ist, dass du die Fragen vorhersiehst (oder noch besser: aus Erfahrung die Fragen deiner Zielgruppe schon kennst) und sie in den Texten auf deiner Website beantwortest. Wenn deine Texte dadurch lang werden, ist das so. Kürze deine Texte auf keinen Fall, nur weil du denkst, es liest keiner. Dein Fokus sollte erst einmal darauf liegen, möglichst alle wichtigen Informationen auf deiner Seite unterzubringen. 

Wiederhole wichtige Informationen – immer wieder

Sorry, aber hier kommt der nächste Downer: Die wenigsten Interessierten lesen alle deine Unterseiten. Und selbst wenn sie das täten, hätten sie die meisten Informationen mit dem Klick auf die nächste Seite bereits wieder vergessen.

Um bei meinen Beispielen zu bleiben: Sabine sieht sich vermutlich deine Startseite an und hüpft dann rüber zu deiner Angebotsseite als Personal Shopper. Vielleicht folgt sie deinem Vorschlag zu einem Blogartikel und bleibt dort hängen. Aber ziemlich sicher geht sie nicht von Unterseite zu Unterseite und liest, was du alles noch geschrieben hast. Außer deine Texte sind super unterhaltsam und sie kann gar nicht genug von dir bekommen – dann hast du den Jackpot geknackt 😉 

Wie du deine Website-Texte gliederst und schreibst, damit sie wirklich gelesen werden

Auch über diese Information musst du nicht traurig sein, du musst sie nur zu nutzen wissen. Deshalb: Wiederhole alles, was dir wichtig ist. An jeder Stelle und auf jeder Unterseite, auf der die Information für deine Leser*innen relevant sein könnte. 

Wenn in deinem Shopping-Paket ein Kleiderschrank-Check und eine Stilberatung enthalten ist – sag es auf jeder Seite. Wiederhole es an mehreren Stellen auf einer Seite: Du kannst es im Einleitungstext schreiben, als Stichpunkt in der Aufzählung deiner Angebotsinhalte und in deinen FAQs. Du nervst deine Leser*innen damit nicht – du hilfst ihnen, dein Angebot besser zu verstehen. Und genau dafür sind sie ja überhaupt erst auf deine Seite gekommen.

Fasse deine Informationen in FAQs zusammen

Apropos FAQ: Ich empfehle dir in jedem Fall, ein FAQ auf deine Angebotsseite zu packen. Auch wenn du denkst, es gäbe zu deinem Angebot keine Fragen oder du hättest sie alle bereits beantwortet. Ein FAQ ist eine willkommene Zusammenfassung für deine Website-Besucher*innen. 

Hier sind wir wieder bei den Lesertypen: Viele haben keine Lust auf Fließtext und gehen direkt zu den FAQs, um sich nur die für sie wichtigen Informationen herauszupicken. Pack also alles in die FAQs, was irgendwie relevant sein könnte: Preis, Ort, Dauer, Zahlungsmöglichkeiten, Ablauf der Buchung und ob du die alten Klamotten auch gleich für sie entsorgst 🙂

Besonders übersichtlich finde ich die Akkordeon-Menüs für FAQs, wie hier im Bild:

 Accordeon-FAQ auf meiner Seite zum Website-Check

Gliedere deine Texte

Hier kommen wir auch schon zum Knackpunkt der ganzen Kurze-Texte-Geschichte: Es kommt darauf an, wie du die Texte präsentierst. Wir kennen das beide noch aus der Schule, zwei DIN A4-Seiten Text ohne Unterbrechung wirken erst einmal wie eine Buchstabenwand. Keiner hat Lust, sich da durchzukämpfen, wenn er nicht wirklich muss.

Auf deiner Website muss niemand – deine Besucher*innen sind freiwillig da (hoffe ich zumindest) und du willst es ihnen so leicht wie möglich machen, dein Angebot zu verstehen und gegebenenfalls zu buchen. 

Das bedeutet auch, dass du deine Texte so aufbereiten musst, dass sie gelesen werden. Dann ist es auch egal, wie lang die Texte sind. Und hier schlage ich wieder den Bogen zu den Lesetypen: Strukturiere deine Texte so, dass sie von allen Lesetypen gelesen werden können. Jede soll die wichtigsten Informationen mitnehmen, egal, ob sie deine Texte nur überfliegt oder alles durchliest. 

Dafür musst du deine Seite vor allem übersichtlich machen und es ermöglichen, dass das Auge deiner Leser*innen von Abschnitt zu Abschnitt springt, ohne sich groß anzustrengen. Abschließend daher meine Top-Tipps für übersichtliche Texte.

3 Tipps für gut gegliederte Texte

  1. Nutze Überschriften und Unterüberschriften: Das A und O für eine gute Gliederung sind deine Überschriften. Sei hier nicht zu kreativ – die Überschrift soll deinen Leser*innen bereits sagen, worum es im darunter folgenden Text geht. Damit auch die, die nur die Überschriften lesen, nachher grob Bescheid wissen. 
  2. Verwende Bulletpoints: Informationen werden in Aufzählungen oder Bulletpoints einzeln wahrgenommen und damit besser verdeutlicht. Wann immer es geht, kannst du es deinen Leser*innen damit einfacher machen, alles zu erfassen.
  3. Setze grafische Unterbrechungen ein: Das klingt vage, i know. Ich meine damit Bilder, farblich abgesetzte Kästen, Zitate in einer schönen Schrift oder einfach weiße Flächen. Das Auge braucht zwischendurch mal ne Verschnaufpause und was neues.
  4. Nutze Buttons (Call-to-Actions): Auch Buttons können auf einer Webseite für Gliederung sorgen. Du sollst natürlich nicht sinnlos irgendwohin verlinken. Aber wenn du etwas ansprichst, was du auf einer anderen Seite ausführlicher beschreibst – setze einen Link. Und zwar unter den Text, der dorthin führt. Also wenn du auf deiner Startseite einen Absatz über dich geschrieben hast, verlinke darunter auf deine Über mich-Seite, zum Beispiel mit dem Hinweis „Mehr über mich erfahren“. 

Wenn du all das beachtest, machst du es deinen Website-Besucher*innen schon viel einfacher, dein Angebot zu verstehen. Sie finden die Antworten auf ihre Fragen und fühlen sich informiert – und trauen sich so eher, auf Kaufen zu klicken oder das Erstgespräch mit dir zu buchen. Probier es aus 🙂

Kanntest du die Tricks schon oder war etwas Neues für dich dabei? Hast du noch mehr Ideen, wie man lange Texte auf einer Website besser strukturiert? Ich freue mich über Anregungen in den Kommentaren.

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